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Überwinde die Angst vor dem Sprung

Reiterin beim Springreiten und Springen Spingtraining im Parcours
Photo Lee-Mare

Hat Dein Pferd schon einmal plötzlich vor dem Hindernis gescheut und Dich fast abgeworfen? Oder bist Du vielleicht abgeworfen worden? Dann kann es passieren, daß Du eine Angst vor dem Springen entwickelst.

Kein Wunder wenn Du mit einem Vollblut im vollen Anlauf auf ein Hindernis zureitest, dann darfst Du keine Unsicherheit zeigen.

Ob dein Pferd selbst zu deiner Angst beigetragen hat oder nicht ist dann egal, deine eigene Bedenken können am Ende dazu führen, daß der Sprung nicht gelingt. Unsere Pferde lesen und spiegeln unsere Energie und Emotionen so stark wieder, dass jedes Zögern auch zur Unsicherheit des Pferdes beiträgt.

Den richtigen Anfang finden

Viele Trainer sagen dazu: “Es gibt keine Problempferde, es gibt nur Problemreiter.” Es steckt natürlich viel Wahrheit in dieser Aussage, allerdings müssen wir immer auch das Temperament und die Fähigkeiten unseres Pferdes beim Springreiten mit einbeziehen.

Es gibt einfach Pferd die, aus welchem ​​Grund auch immer, absolut ungern Springen. Ein zurückhaltender Reiter mit einem unglücklichen Pferd ist dann keine gute Kombination.

In diesem Fall kann es vielleicht eine gute Idee sein ein sprungerfahrenes Pferd auszuleihen um Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten beim Springen zu gewinnen. Das kann ein erster Schritt sein um die Angst vor dem Sprung nicht weiter zu verschlimmern und vermeidet unnötige Frustration.

Aber unabhängig von Deinem Pferd kannst Du Deine Fähigkeiten im Springreiten auch verbessern, indem Du Dich auf die Bodenarbeit konzentrierst.

Sobald Du einen soliden, ausgewogenen Sitz im Trab und Galopp hast, übst Du die Sprungposition und baust die notwendigen Muskeln auf.  Wenn Du dieses Ziel erreichst hast, kannst Du auch ohne Steigbügel üben. Das zwingt Dich Deinen zentralen Gleichgewichtspunkt zu finden, der für das Springen entscheidend ist.

Springen Hindernis Reittraining

Photo Lee-Mare

 

Das Training bis zum eigentlichen Sprung

Sobald Du eine starke Sitzposition hast, kannst Du mit den Cavaletti oder Trabstangen weiter trainieren – schau Dir dazu auch den Artikel “Was sind Cavaletti?” an.

Wenn dein Pferd flatterig und nervös ist beginne erst mit sehr niedrigen Stangen.

Das Rezept heißt kleiner aber stetiger Fortschritt, beginnend mit dem, was einfach und leicht ist und mit langsam ansteigendem Anspruch.   Wenn Du Dich mit den Trabstangen sicher genug fühlst, ist es eine gute Idee mit einem richtigen Hindernis weiter zu machen.

Nun ist es Zeit für den ersten Sprung. Hier eignet sich ein einfaches Kreuz, das man mit zwei Cavaletti oder Trabstangen einfach aufbauen kann.

Die Höhe des Kreuzes kann ruhig sehr niedrig gewählt sein. Oft ist es auch eine gute Idee zunächst 3-4 Trabstangen vor dem Kreuz auszurichten, damit die Trabstangen den Rhythmus bestimmen und das Pferd in den richtigen Ablauf bringen (achte darauf, dass Sie die Stangen entsprechend der Schrittweite des Pferdes aufgestellt sind).

Das ist der Zeitpunkt, an dem Deine Angst hochschnellen kann, egal wie hoch der Zaun ist, aber das ist auch der Punkt, an dem du dich beruhigen musst, damit du diese Angst nicht an dein Pferd weitergibst und diese Angst mit Hindernissen verbindest.

Die wichtigste und am meisten vernachlässigte Technik ist das Atmen. Keine “tiefe Atemzüge”, sondern konzentriere Dich auf rhythmische Atmung.

Eine bewährte Technik ist beim Einatmen bis 4 zu zählen, dann wieder bei 1 beginnen ohne abzuatmen und erst wieder bei 3 und 4 ausatmen. Dann wieder von vorne also – Einatmen 1,2,3,4 – Halten 1,2 – Ausatmen 3,4.  Diese Methode reduziert nachweislich Angst und Du solltest das natürlich am besten gleich üben und dann auf dem Pferd automatisch anwenden.

Sprung über Hindernis mit Pferd

Photo Lee-Mare

Über das Hindernis

Jetzt, kurz vor dem Sprung, halte deine Augen auf einen Punkt hinter dem Hindernis gerichtet und halte Dich ein wenig an der Mähne des Pferdes, wenn es nötig ist.

Schau nie direkt auf das Hindernis – wo Du hinschaust, dahin wirst Du auch steuern (das ist im Leben so und auch beim Springreiten nicht anders).

Ein weiterer Fehler, den nervöse Reiter oft machen, ist es sich zu weit nach vorne gelehnt dem Rhythmus des Pferdes “voraus zu springen”, was euch beide leicht aus dem Gleichgewicht bringen kann.

Wenn Du fühlst, dass Dein Pferd zögert, kannst Du ihm auch mit einer Dressur-Peitsche direkt vor dem Sprung einen kleinen zarten Klaps auf die Hüften geben – nicht fest, nur ein ermutigender Hinweis – und dabei auch mit dem Unterschenkel noch etwas mehr Druck geben.

Sobald der Sprung vorbei ist – viel und ausgiebiges Lob! Dann gleich nochmal.

Wiederhole den Sprung bis er so gemütlich ist wie ein Tee am Kaminfeuer. Von hier aus kannst du jetzt die Höhe des Sprungs auf ca. 60cm erhöhen. Anschließen kannst Du die Trabstangen auch durch 2-3 kleinere Sprünge im Parcours ersetzen. Bleibe zunächst bei den einfachen Kreuzen es Dir und Deinem Pferd einfacher zu machen und ein sicheres und gutes Gefühl für den perfekten Sprung zu ermitteln.

Geduld haben ist jetzt ganz wichtig – Springreiten macht viel Spaß, kann aber auch gefährlich sein, wenn man sich nicht die Zeit nimmt, eine gute Grundlage aufzubauen.

Über erst kleinere Sprünge, bis Du quasi ganz von allein zu etwas Größerem und Anspruchsvollerem wechseln willst. Denke daran, dass Deine Einstellung einer der wichtigsten Faktoren für Deinen Erfolg beim Springen ist und denke auch immer daran auch wenn Dein Pferd wie von alleine über das Hindernis geht – Du bist diejenige, die hier den Ton angibt.



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